Handwerkliches Geschick trifft auf Begeisterung

04.07.2017

Björn Wiese und sein selbst gebauter Chopper.

Björn Wiese mag es individuell. Vor längerer Zeit sah er auf der Straße ein Chopper-Fahrrad und wusste, so ein Rad wäre genau das Richtige für ihn. Einen Chopper zu kaufen, der seinen Wünschen entspricht, erwies sich als schwierig. Deshalb beschloss der 23-jährige ein Fahrrad nach seinen Vorstellungen selbst zu bauen. Die Teile besorgte er sich über das Internet oder baute sie selbst - wie die extrem lange Kette und die Kurbelarme für die Pedale.

Das Fahrrad ist fast komplett verchromt, hat 26 Zoll Mountainbike-Räder, zwei Lampen vorn und einen Bremshebel, der eigentlich von einem Motorrad stammt. Nimmt man auf dem Ledersitz Platz sitzt man ähnlich wie auf einem Liegerad. Der Abstand vom Sattel zu den Pedalen ist viel länger als bei handelsüblichen Fahrrädern. Das Rad kommt auf eine Gesamtlänge von 2,34 m. Im Durchschnitt sind Fahrräder zwischen 1,50 bis max. 1,90 m lang.

Drei Monate hat Herr Wiese an dem Chopper gearbeitet. Weitere drei Monate hat er gebraucht bis alles perfekt funktioniert hat und seinen hohen Ansprüchen genügt. „Dieser Chopper ist ein absolutes Einzelstück“, sagt der 23- jährige stolz. Und es funktioniert perfekt. Seit das Rad im Januar 2017 fertig geworden ist, hat Herr Wiese bereits 400 km damit zurückgelegt. Wenn der junge Mann damit unterwegs ist, zieht er alle Blicke auf sich. Es kamen auch schon Nachfragen, ob das Rad zum Verkauf stehe. Alle jungen Menschen, die ins BBW kommen, bringen eigene Interessen, Wünsche und Fähigkeiten mit. Im Idealfall passen diese und die Anforderungen des gewählten Berufs sehr gut zusammen – so wie bei Björn Wiese. Er kam 2014 für eine Berufsvorbereitung ins BBW. Ein Bereich, den er kennenlernte war die Fahrradwerkstatt. Hier lernte er, Fahrräder zu reparieren, zu warten, komplett zu zerlegen und wieder zusammenzubauen. Im Laufe der Zeit merkte er, dass das genau sein Ding ist. Deshalb begann er 2015 eine Ausbildung zum Fahrradmonteur. Besonders die praktische Arbeit macht ihm Spaß. Mittlerweile ist er bei anderen Auszubildenden ein gefragter Experte beim Einspeichen und Zentrieren von Rädern geworden. Sein Meister Herr Gerhard ist mit der Arbeit des jungen Mannes sehr zufrieden. In der kommenden Woche findet die praktische Abschlussprüfung statt. Björn Wiese ist zuversichtlich, dass sie gut verläuft. Für die Zeit danach hat der junge Fahrradmonteur bereits einen Arbeitgeber gefunden. Der Fahrradladen in Barmbek, bei dem Björn Wiese auch im Langzeit-Praktikum war, ist darauf spezialisiert, gebrauchte Räder aufzuarbeiten. Da kann der junge Mann seine Fähigkeiten sehr gut einbringen. Ein beeindruckendes Beispiel dafür ist sein selbst gebauter Chopper, der manchmal auch vor dem Laden steht.