Einblick in das Leben von obdach- und wohnungslosen Menschen

21.12.2017

Wie leben obdachlose Menschen in Hamburg? Mit welchen Problemen sind sie Tag für Tag konfrontiert, wo können sie Hilfe und Unterstützung erfahren? Die Antworten dazu kann man bei Chris und Harald erfahren. Sie sind zwei von rund 500 Verkäufern und Verkäuferinnen des Straßenmagazins „Hinz und Kunzt“ und waren früher selber obdachlos. Regelmäßig bieten sie Stadtrundgänge durch Hamburgs Innenstadt an, auf denen sie Orte und Institutionen zeigen, die für Menschen ohne Wohnung wichtig sind.

In der ersten Januarwoche gingen die Teilnehmenden der Berufsvorbereitung im BBW mit den Hinz-und-Kunzt-Stadtführern durch die Stadt. Natürlich nicht, ohne zunächst die Räume des Straßenmagazins selbst zu besichtigen, die Redaktion, das Café und wo die Verkäufer sich jeden Morgen ihre Zeitung abholen. Anschließend ging es bei der Caritas vorbei, wo Menschen ohne Wohnraum ärztliche Behandlung in Anspruch können - auch wenn sie keine Krankenversicherung haben -, bei der Drogenberatungsstelle Drob Inn, die unter anderem einen Druckraum betreibt, weiter zur Tagesstätte Herz As und zur Bahnhofsmission.  Zwischendurch wurden die Stadtführer auch mal persönlich und berichtete aus ihrer eigenen Zeit auf der Straße und wie es dazu kam. Die jungen Leute waren nicht wenig beeindruckt und stellten auch einige vorsichtige Fragen. Insbesondere die Lebensgeschichte von Chris und Harald hat so manchen nachdenklich gemacht.

Über 60 Teilnehmende der Berufsvorbereitung nahmen an den Ausflügen teil, die Stadtrundgänge sind Teil des BvB-Konzepts. „Wir wollen gerne, dass unsere Teilnehmenden etwas von der Welt sehen, über ihren Alltags-Tellerrand hinausschauen und sich mit Themen wie z. B. Obdachlosigkeit oder Drogenkonsum intensiver und auch mal von einer anderen Seite aus beschäftigen. So können sie sich ein komplexeres Bild machen“, sagt Andrea Engling, Sozialpädagogin im BBW.