Bouldern - der Drang nach oben

09.05.2018

Björn Reimer - Auszubildender im BBW - engagiert sich beim Bau einer Kletterwand.

Die Ausbildung im Berufsbildungswerk bietet neben dem Unterricht in der Berufsschule und vielen praktischen Erfahrungen auch Sportunterricht, der im BBW Reha-Betriebssport heißt. Dazu gibt es eine große Sporthalle, die viel Abwechslung für die Teilnehmenden bereithält. Das Angebot reicht von einer großen Fläche für Ballsportarten, Tischtennisplatten und Roller skates bis hin zu Trainingsgeräten eines Fitnessstudios.
Seit Ende April gibt es ein erweitertes Angebot, das den Teilnehmenden während des Reha-Betriebssports zur Verfügung steht. Die vorhandene kleine Kletterwand wurde so ausgebaut, dass Klettern vielseitiger und noch anspruchsvoller geworden ist.
Einer, der dieses neue Angebot mit ermöglicht hat, ist Björn Reimer. Er ist Auszubildender zum Fachpraktiker für Holzverarbeitung im 2. Ausbildungsjahr und selbst seit der Grundschule begeisterter Kletterer.

Die Kletterwand besteht aus zahlreichen Klettergriffen, die an zwei rechtwinklig zueinander stehenden Wänden montiert sind. Die Steine haben ganz verschiedene Farben und Formen. Während die unteren Steine, wo der Fuß aufgesetzt wird, eher nach oben flach geformt sind, bieten die oberen Steine, an denen man sich beim Klettern festhält, oft die Möglichkeit, sich mit den Fingern gut festzuhalten. Es ist ein Parcours entstanden, der unterschiedliche Schwierigkeitsstufen enthält.
Viel Zeit hat der 29 jährige in den Bau der Kletterwand investiert. Unterstützt wurde er dabei von Wolfgang Jürgens – seit vielen Jahren Sportpädagoge im BBW.

Das Besondere beim Bouldern ist, dass man ungesichert bis zu einer Griffhöhe von 2,50 m klettert. Dicke Matten unter der Wand schützen vor Verletzungen, sollte man doch einmal abrutschen. Um zu zeigen wie Bouldern funktioniert, beginnt der Hamburger, an der Wand entlang zu klettern. Der Körper wird dicht an die Wand gedrängt. Jeder Griff und jeder Schritt ist gut überlegt. Das ist auch der Grund, weshalb Klettern nicht nur den Körper sondern auch den Kopf fit hält, erzählt Björn Reimer.

Bouldern hört sich nach Freizeit und Spaß an. Was aber bei Björn Reimer einfach und fast spielerisch erscheint, ist im Selbstversuch anstrengend und ungewohnt. Björn Reimer erklärt, dass Bouldern auch anspruchsvoll ist. Man muss sich seinen Weg an der Wand vorher genau überlegen. Verschiedene Muskelgruppen werden trainiert und die Koordination von Auge, Hand und Fuß wird geschult. Wolfgang Jürgens ergänzt, dass es sich beim Bouldern um eine ganzheitliche Trainingsform handelt, die zunehmend auch im Reha-Bereich und der Sporttherapie eingesetzt wird. Außerdem trägt Bouldern zur Stimmungsaufhellung bei und wird deshalb vermehrt im psychotherapeutischen Rahmen eingesetzt.
Bouldern ist leicht zu erlernen und erfordert keine weiteren Hilfsmittel. Man kann diesen Sport einzeln oder auch in der Gruppe ausüben. Für jede und jeden ist der richtige Schwierigkeitsgrad dabei.

Um auszuprobieren, wieviel Spaß diese Trendsportart macht, haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Reha-Betriebssport Gelegenheit. Allen anderen wird ein Besuch in einer der vielen Kletterhallen empfohlen, die es mittlerweile gibt. Denn neben körperlicher und geistiger Fitness kommt auch der Spaß nicht zu kurz.