Girls-Day barrierefrei - ein spannender Tag im BBW

02.04.2019

Seit 2001 findet jährlich der Girls-Day statt. An diesem Tag können Mädchen Berufe kennenlernen, die traditionell eher Männer ausüben. Das sind vor allem handwerkliche und sogenannte MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik). Ein Ziel ist es, Mädchen die Berufswahlpalette zu erweitern und dem Nachwuchsmangel in vielen Berufen entgegenzutreten. Die steigende Zahl der teilnehmenden Betriebe und die Art der durchgeführten Aktionen hat dazu beigetragen, dass der Girls-Day zu einem echten Erfolgsmodell geworden ist.
Das Berufsbildungswerk Hamburg hat bereits viele Jahre Erfahrung in der Arbeit mit jungen Menschen. Beim erstmals stattfindenden Girls-Day barrierefrei waren die Teilnehmerinnen jedoch um einige Jahre jünger als die sonstigen Teilnehmenden im BBW.
Die Schülerinnen Elisa, Larissa, Mia, Mieke und Esther waren am Girls-Day im BBW dabei. Esther Zinnau – Koordinatorin für pädagogische Entwicklung und Qualifizierung - betreute die Mädchen. Bei einem Rundgang zeigte sie ihnen das BBW und erläuterte, was ein BBW macht. Im BBW Hamburg werden junge Menschen mit besonderem Förderbedarf in 21 Berufen ausgebildet. Männerdomänen sind oft die Handwerksberufe aber auch der Gartenbereich und das Lager.

In das Lager ging es am Ende des Rundgangs. Dort wurden die Mädchen von angehenden Fachlageristen mit Sicherheitsschuhen ausgestattet. Diese Schuhe, die den Fuß vor Verletzungen schützen, haben Stahlkappen. Für modebewusste junge Mädchen sind diese Schuhe ungewohnt. Jedoch sind die Arbeitsschutzbestimmungen auch am Girls-Day wichtig und unbedingt einzuhalten.

Dann konnten sich die Schülerinnen aussuchen, in welchen Berufsbereich sie hineinschnuppern möchten. Zum Glück hatten die Mädchen beim Rundgang aufgepasst. Zwei Mädchen entschieden sich für die Malerwerkstatt und drei für den Fahrradbereich. Im Fahrradbereich sahen die Mädchen erst einmal einem Auszubildenden zu, der ein Rad einspeichte, bevor sie selbst Hand anlegen konnten. Das klappte dann aber schon sehr gut, fand Ausbilder Holger Schmitz.

Malermeisterin Gaby Riepshoff hatte sich für die Teilnehmerinnen etwas Besonderes ausgedacht. Die Schülerinnen fuhren mit zum Poseidon-Bad. Der SV Poseidon ist ein langjähriger Kooperationspartner des BBW Hamburg. Dort erneuern die Auszubildenden - Bauten- und Objektbeschichter und Maler des BBW – u.a. die Farbe in den Schwimmbecken. Die Girls-Day-Teilnehmerinnen durften im Babybecken mithilfe von Schablonen Seetiere auf den Boden des Beckens malen. Das Malen machte Allen sichtlich Spaß und das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der BBW-Mensa wurden am Nachmittag die Bereiche gewechselt. Zwei Mädchen wählten die Tischlerei. Dort wurde unter Anleitung von Auszubildenden des zweiten Ausbildungsjahres gesägt und geschliffen. Im Poseidon-Bad ging die Erneuerung mit drei Schülerinnen weiter. Die Mädchen gaben sich große Mühe, die Arbeiten genau so gut zu erledigen wie die Auszubildenden.

In typische Arbeiten eines Berufs hinein zu schnuppern, Dinge auszuprobieren und vor allem Spaß zu haben, stand im Mittelpunkt dieses Tages im BBW. Und wenn man am Ende des Tages erkennt „Ich hatte doch andere Vorstellungen davon, was man macht.“ war auch das sinnvoll. Die berufliche Orientierung ist keine Momentaufnahme sondern ein Prozess.
Im Berufsbildungswerk gibt es in fast allen Handwerksberufen auch Meisterinnen, die als Ausbilderinnen tätig sind. Selbst die Männerdomäne Metall wird von weiblichen Auszubildenden langsam erobert. Doch immer noch sind Frauen in „typischen Männerberufen“ eher die Ausnahme als die Regel. Um das zu ändern, ist der Girls-Day eine gute Sache. Das BBW wird sicher auch im kommenden Jahr dabei sein.