Ökologisch Gärtnern

16.07.2019

Das Thema Umweltschutz ist in aller Munde. Gerade junge Menschen engagieren sich, um auf die Probleme aufmerksam zu machen, die für uns alle zum Verhängnis werden können, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird. Dabei müssen es keine großen, aufsehenerregenden Aktionen sein, um einen Beitrag zu leisten.

Roland Kaut – Ausbilder im Bereich Garten des BBW Hamburg - hat mit seiner Ausbildungsgruppe Gärtner 2018 zwei Wildblumenwiesen auf dem Gelände des BBW angelegt. Statt ordentlich in Reih und Glied gepflanzter Stauden wachsen hier verschiedene Kräuter, Gräser und Wildblumen bunt durcheinander. Kamille, Schafgarbe, Disteln, Kornblumen und die Jungfer im Grünen wachsen mit Lupinen, Disteln und Wiesenschaumkraut einträchtig nebeneinander und ergeben ein wunderschönes Ganzes.

Insekten, Käfer und Schmetterlinge schwirren um die Blüten herum. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Artenvielfalt (Biodiversität) geleistet, weiß Roland Kaut. Ein wichtiges Glied in der Nahrungskette wird sichergestellt, denn hier finden nun auch heimische Singvögel ihre Nahrung.

Wer nun meint, eine Wildblumenwiese brauche keine Pflege, irrt sich. Wenn der Pflegeaufwand auch relativ gering ist, muss eine Wildblumenwiese zwei Mal im Jahr gemäht werden, um dauerhaft zu bestehen. Je nach Bodenbeschaffenheit unterscheidet man zwischen Fett- und Magerwiese. Auf verschiedenen Böden siedeln sich unterschiedliche Pflanzen an, wenn man die Fläche sich selbst überlässt. Die Gärtner_innen des BBW haben auf eine Wilbblumenmischung zurückgegriffen, um dieses Ergebnis zu erreichen. Künftig kann dann bei Bedarf nachgesät werden, um entstehende Lücken aufzufüllen.

An anderer Stelle hat der Gedanke an den Umweltschutz die Arbeit der Gärtner_innen erst einmal lahmgelegt. Der Teich im Innenhof sollte saubergemacht und mit neuen Pflanzen bestückt werden. Da im Gebüsch jedoch eine Wildente brütete, wurden die Maßnahmen vertagt, um der Ente Ruhe für Schlupf und Aufzucht ihrer Küken zu geben. Der Respekt vor anderen Lebewesen gehört ebenfalls zu gelungenem Umweltschutz dazu.

Im Gartenbereich des BBW hat der Umweltschutz eine gute Tradition. Das bezieht sich nicht nur auf das Gelände des BBW. Bereits in der Vergangenheit haben Gärtner_innen des BBW bei der Renaturierung der Wedeler Au mitgewirkt. Die Auszubildenden schätzen an solchen Aktivitäten, dass sie mit anderen und oft auch neuen Tätigkeiten vertraut gemacht werden. Das ist abwechslungsreich und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen die große Bandbreite ihres Berufes kennen und schätzen.

Neben den praktischen Tätigkeiten, die im BBW vermittelt werden, spiegelt sich das Thema Umweltschutz auch in der Berufsschule wieder. Dazu gehören die Sensibilisierung für Umweltthemen und die Verbraucherbildung, die grundlegend für ökologisches Handeln sind. Die Berufsschule BS 24, die die Teilnehmenden des BBW besuchen, hat sich erfolgreich, um den Titel "Umweltschule" beworben. BBW und BS 24 kooperieren seit vielen Jahren sehr erfolgreich und ergänzen sich hervorragend. Dafür ist der Umweltschutz nur ein Beispiel.