


Fast 30 Reha-Beraterinnen und Reha-Berater waren im BBW Hamburg zu Gast
Der Fachtag Reha ist eine feste Größe im Kalender des BBW Hamburg. Jedes Frühjahr laden wir Reha-Beraterinnen/ Reha-Berater und Beratungsfachkräfte der Jugendberufsagenturen aus der Metropolregion zu einem Fachtag mit wechselnden Themen ein. In diesem Jahr war das Thema „Unsichtbare Behinderungen“. Die Palette unsichtbarer Behinderungen ist sehr groß. Dazu zählen u.a. chronische Erkrankungen, psychische Erkrankungen und neurologische Erkrankungen. Den Schwerpunkt bei unserer Veranstaltung legten wir auf FASD (Fetale Alkoholspektrumsstörung) und ADHS/ ADS.
Tobias Wolff vom FASD-Fachzentrum Hamburg referierte zu FASD - der einzigen nicht genetischen und vermeidbaren Ursache für geistige Behinderungen. Eindrucksvoll erläuterte der Referent, mit welchen Einschränkungen FASD-Betroffene leben und welche Auswirkungen das auf ihr Leben hat. Dazu gehören Störungen der Gedächtnisleistung, Impulsivität, Aufmerksamkeitsstörungen, soziale Fertigkeiten und Interaktion und Intelligenz.
Tobias Wolff ist selbst Pflegevater von FASD-Jugendlichen und kennt sich bestens mit FASD aus. Ihm ist es ein wichtiges Anliegen, auf das Thema aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren. Deshalb nutzte er sehr gern die Gelegenheit, mit den Beratungsfachkräften und Mitarbeitenden des BBW ins Gespräch zu kommen.
In einer Podiumsdiskussion sprachen Tobias Wolff, Christoph Bode – Teamleiter des Teams Reha Ersteingliederung der Agentur für Arbeit Hamburg und Stephan Putensen – Leistungsbereichsleiter Jugendhilfe und Wohnen mit unserer Geschäftsleiterin Frau Kaphengst. Von verschiedenen Seiten wurden die Möglichkeiten der beruflichen Rehabilitation von Menschen, die mit FASD leben, betrachtet. Im Mittelpunkt standen die Gelingensbedingungen und Grenzen für eine berufliche Integration. Die anwesenden Reha-Beratenden zeigten großes Interesse und bereicherten die Diskussion mit ihren Fragen und Meinungen.
Nach der gemeinsamen Mittagspause widmeten sich die BBW-Psychologinnen Janina Isernhagen und Celina Düring dem Thema ADHS und ADS. Sie gingen auf Überschneidung einiger Symptome zu FASD ein. Die richtige Diagnose ist eine der Voraussetzungen für erfolgreiche Unterstützung.
Ein Rundgang durch verschiedene Ausbildungsbereiche des BBW und der Besuch unseres Lernort Wohnen Bollweg rundeten die Veranstaltung ab.
Sehr gern laden wir Beratungskräfte zu uns ein, um das BBW Hamburg besser kennen zu lernen. Reha-Beraterinnen und Reha-Berater und die Beratungsfachkräfte der Jugendberufsagenturen sind wichtige Ansprechpartner:innen für die berufliche Teilhabe. Sie unterstützen junge Menschen mit Behinderung dabei, sich beruflich zu orientieren und den Einstieg in das Arbeitsleben zu finden. Das Angebot der Berufsbildungswerke zu kennen, ist für die Arbeit der Reha-Beratenden wichtig, um bedarfsorientiert beraten und zuweisen zu können.