


Eine besondere Auszeichnung wurde unserer Auszubildenden Sophie zuteil. Die Maler-Innung lud sie zum einwöchigen Begabtenkurs in den Elbbcampus ein. Zur Begabtenförderung der Maler- und Lackierer Innung werden Auszubildende eingeladen, die durch besondere Leistungen z.B. handwerkliches Geschick oder positives Sozialverhalten aufgefallen sind. Zuerst war Sophie unsicher, ob sie hingehen sollte. Ausbilderin Sandra Röhrs hat sie jedoch darin bestärkt, teilzunehmen. „Ich will nicht flexen (angeben), lacht die sympathische junge Frau, aber ich habe in der Zwischenprüfung eine 1 – gemacht.“ Insgesamt waren acht Auszubildende beim Begabtenkurs dabei. Auch die anderen Teilnehmer:innen des Begabtenkurses hatten sehr gute Ergebnisse in der Zwischenprüfung erzielt.
Die Innung kennt Sophie bereits von der praktischen Zwischenprüfung (Gesellenprüfung Teil 1) im Herbst 2025. Der Begabtenkurs fand auf dem Elcampus statt. Angeleitet wurde der Kurs durch die Künstlerin Gesine Hein. Sie ist Fassmalerin und Restauratorin und somit umfangreiche Erfahrungen in der Gestaltung verschiedenster Oberflächen. Thema des Kurses war ein antiker, marokkanischer Kratzputz, der Tadelakt heißt. Tadelakt ist eine traditionelle marokkanische Putztechnik, bei der die Oberfläche mit Steinen poliert und so auf Glanz gebracht wird. Diese Technik kann Feuchtigkeit gut aushalten und wird deshalb auch in Feuchträumen angewendet. Das Wort Tadelakt kommt vom arabischen tamazight dellek. Das bedeutet „kneten, zerdrücken“. Als Grundlage für die Beschichtung von Objekten dient eine Skizze. Die Motive sollten nicht zu fein sein, damit sie umgesetzt werden können. Aus einem Gipsblock wird dann eine Figur durch Sägen und Raspeln herausgearbeitet. Dabei muss ganz vorsichtig gearbeitet werden, damit die Figur nicht zerbricht. Mit einem Minispachtel wird dann die Tadelaktmasse – ähnlich wie ein Putz - aufgetragen. Das Objekt mit der Tadelaktbeschichtung muss ruhen, bis es getrocknet ist. Den Trockengrad kann man nur optisch feststellen, weiß die Auszubildende. Je nach Trocknungsgrad ist die Oberfläche hell oder dunkel. Ein Objekt, das Sophie angefertigt hat, ist ein Relief. Es zeigt ein Seepferdchen und kann als Deko z.B. das Bad verschönern. Außerdem hat Sophie Essschalen hergestellt. Die sind in der Herstellung noch schwerer, findet sie.
Am Ende des Begabtenkurses stellten alle Auszubildenden vor, was sie in der Woche geschaffen haben. Jede/ jeder Auszubildende stellte seine Objekte in der großen Runde vor. Sandra Röhrs war dabei und sagt: „Als Ausbilderin erfüllt es mich schon mit Stolz und echter Freude, wenn jemand aus meinem Ausbildungsjahr eine solche Chance erhält. Das Thema Tadelakt ist eine äußerst spezielle handwerkliche Technik. Dass Sophie diese Chance ergriffen hat, ist super und eine besondere Anerkennung für ihre engagierte und gute Arbeit hier.“
Sophie findet es toll, dass die Innung den künstlerischen, gestalterischen Aspekt durch diesen Kurs in die Praxis holt. Tadelakt hat für sie „etwas Magisches“. Überhaupt mag an ihrem Beruf Vieles. Vor allem aber „Man sieht wirklich, was man gemacht hat.“
Nun ist Sophie im dritten und somit letzten Ausbildungsjahr und wird im Sommer die Ausbildung zur Malerin/ Lackiererin beenden. Zum Abschluss des Begabtenkurses erhielten alle Teilnehmenden eine Urkunde. Diese wird sie in ihre Bewerbungsunterlagen übernehmen, denn es zeigt, dass Sophie bereits in der Ausbildung Besonderes geleistet hat. Das kommt auch bei Arbeitgeber gut an.